Ameztoy & Almeida – Drei Generationen und ein eigener Weg im Douro
1952 öffnete Fernando Nicolau de Almeida eine Tür, die bis dahin niemand gesehen hatte. Mit der Barca Velha schuf er den ersten großen trockenen Rotwein Portugals – in einer Zeit, in der das Douro-Tal noch ausschließlich für Portwein bekannt war. Bis heute wurde die Barca Velha nur neunzehnmal produziert, in Jahren, in denen die Qualität den strengen Anforderungen genügte. Fernando war der Großvater von Mateus Nicolau de Almeida.
Die Familie der Großmutter führte Ramos Pinto, eines der ikonischsten Portweinhäuser Portugals. Und dann war da noch Vater João, der in den 1970er-Jahren die nächste Revolution einleitete – die der trockenen Douroweine. Er selektierte die besten autochthonen Sorten des Tals für den modernen Weinbau und legte damit einen Grundstein, auf dem bis heute gebaut wird.
Wer mit diesem Erbe aufwächst, hat zwei Möglichkeiten: es verwalten oder es weiterentwickeln. Mateus hat sich für den schwereren Weg entschieden.
Erbe als Antrieb, nicht als Verpflichtung
Die Bewirtschaftung der Weinberge folgt biodynamischen Prinzipien, nicht als Zertifikat, sondern als tägliche Praxis: Kräuterextrakte, Komposttees, die behutsame Pflege alter Reben, die über Jahrzehnte das Fundament für komplexe Weine gelegt haben. Im Keller weicht er kaum von dem ab, was im Douro immer funktioniert hat: klassische Lagares für die Einmaischung, spontane Vergärung, minimaler Schwefeleinsatz, alter Holz- oder Betontank für die Reife. Den Einfluss von neuem Holz meidet er bewusst. Was die Trauben zu sagen haben, soll im Glas ankommen – ungefiltert, ungeschminkt.
Drei Subregionen, drei Charaktere
Was Mateus von vielen seiner Kollegen unterscheidet, ist sein Blick auf die Geografie des Dourotals. Während viele Erzeuger Cuvées aus dem gesamten Tal zusammenstellen, interessiert ihn die präzise Herkunft. Baixo Corgo im Westen, mit seinem feuchteren Klima und leichteren Böden. Cima Corgo, das klassische Herz des Douro, wo Schiefer und Hitze die Reben zu maximaler Konzentration treiben. Douro Superior im Osten, trocken, kontinental, rau – eine der aufregendsten und noch wenig erkundeten Subregionen Portugals. Jede dieser Zonen bringt andere Weine hervor, und Mateus hört genau hin.
Ameztoy & Almeida
Seit einiger Zeit trägt das Weingut einen neuen Namen: Ameztoy & Almeida. Teresa Ameztoy, Mateus' Frau und gebürtige Riojanerin, ist vollständig in das Projekt eingestiegen und leitet das Gut gemeinsam mit ihm. Zwei Menschen, zwei Herkunften – und ein Weingut, das trotzdem eine klare Handschrift hat. Die Weine von Ameztoy & Almeida sind authentisch und mineralisch, tief in der portugiesischen Tradition verwurzelt, aber frei von Nostalgie. Genau da, wo Mateus' Familie die Dinge für immer verändert hat, macht er weiter – auf seine eigene Art.